Nouvelle règle de l'UE à partir de 2027 : votre compte à l'étranger va-t-il devenir un problème ?
Was CRD VI für Deutsche mit einem Bankkonto auf Mauritius bedeutet – und warum Auslandskonten trotzdem nicht verboten werden.
Werden Auslandskonten ab 2027 verboten? Muss ein Deutscher sein Bankkonto auf Mauritius schließen? Und darf eine Bank auf Mauritius künftig überhaupt noch Konten für Menschen mit Wohnsitz in Deutschland eröffnen? Genau um diese Fragen geht es in diesem Artikel.
Das Wichtigste in 60 Sekunden
Wenn du nur die wichtigsten Punkte verstehen willst, reichen diese sechs Antworten:
Werden Auslandskonten ab 2027 verboten?
Nein. Auch nach dem 11. Januar 2027 dürfen Menschen mit Wohnsitz in Deutschland grundsätzlich ein Bankkonto auf Mauritius oder in einem anderen Nicht-EU-Staat besitzen.
Die neue EU-Bankenrichtlinie CRD VI enthält kein Verbot für Privatpersonen, ein Auslandskonto zu halten. Die Regulierung richtet sich in erster Linie an Banken aus Drittstaaten – also an Banken außerhalb der Europäischen Union.
Genau deshalb ist die Schlagzeile „EU verbietet Auslandskonten ab 2027“ sachlich falsch.
Was ist CRD VI überhaupt?
CRD VI ist die Kurzbezeichnung für die Richtlinie (EU) 2024/1619 .
Für das Thema Auslandskonto ist vor allem Artikel 21c interessant. Dort regelt die EU, unter welchen Voraussetzungen Unternehmen aus Drittstaaten bestimmte Bankdienstleistungen in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union erbringen dürfen.
Mauritius gilt aus EU-Sicht als Drittstaat. Eine Bank auf Mauritius fällt deshalb grundsätzlich in dieses Regime, wenn sie relevante Bankdienstleistungen für Kunden mit entsprechendem EU-Bezug erbringen will.
Was ändert sich ab dem 11. Januar 2027?
Ab dem 11. Januar 2027 gelten in Deutschland die neuen Regeln für sogenannte CRD-Drittstaatenzweigstellen. Deutschland hat die EU-Vorgaben bereits in das Kreditwesengesetz übernommen.
Maßgeblich ist dabei insbesondere § 64c KWG .
Vereinfacht gesagt: Banken außerhalb der EU können bestimmte klassische Bankdienstleistungen nicht mehr ohne Weiteres in Deutschland erbringen, wenn keine zulässige Struktur oder keine einschlägige Ausnahme greift.
Betroffen sind insbesondere Kernbankleistungen wie:
- Entgegennahme von Einlagen und anderen rückzahlbaren Geldern,
- Kreditgeschäfte,
- Garantien und ähnliche Verpflichtungen.
Das klassische Bankkonto ist deshalb durchaus von Bedeutung.
Warum ist der 11. Juli 2026 so wichtig?
Dieser Stichtag ist deshalb so wichtig, weil Artikel 21c Absatz 5 der CRD VI einen besonderen Schutz für bestehende Verträge vorsieht.
Die offizielle EU-Richtlinie kannst du hier einsehen: CRD VI auf EUR-Lex .
Verträge, die bereits vor dem 11. Juli 2026 abgeschlossen wurden, sollen von der neuen Zweigstellenanforderung nicht beeinträchtigt werden.
Das ist für Menschen mit bereits bestehenden Mauritius-Konten besonders relevant.
Müssen bestehende Mauritius-Konten geschlossen werden?
Nein. Allein aufgrund von CRD VI besteht keine Pflicht, ein bestehendes Bankkonto auf Mauritius zu schließen.
Ein Konto, das bereits vor dem 11. Juli 2026 bestand, profitiert zusätzlich vom ausdrücklichen Bestandsschutz der EU-Richtlinie.
Aber auch ein Konto, das später eröffnet wurde, wird nicht allein deshalb illegal, weil 2027 neue Regeln gelten. Entscheidend ist dann vielmehr, auf welcher Grundlage die Kontoeröffnung und die Kontoführung erfolgen.
Was bedeutet Reverse Solicitation?
Reverse Solicitation ist einer der wichtigsten Begriffe in dieser ganzen Diskussion. Gemeint ist vereinfacht: Der Kunde sucht die Bank – nicht die Bank den Kunden.
Artikel 21c sieht ausdrücklich eine Ausnahme vor, wenn ein Kunde die Drittstaatenbank auf seine „own exclusive initiative“ anspricht – also ausschließlich aus eigener Initiative.
Diese Ausnahme ist besonders dann relevant, wenn jemand selbst nach Mauritius geht, dort eine Bank auswählt und das Konto aus eigenem Entschluss eröffnet.
Besonders wichtig ist auch Erwägungsgrund 6 der Richtlinie. Dort macht die EU deutlich, dass die Inanspruchnahme von Bankdienstleistungen außerhalb der Europäischen Union unberührt bleiben soll und dass Reverse Solicitation auch die Fortführung der ursprünglich angeforderten Dienstleistung erfassen kann.
Hier die offizielle Quelle: Erwägungsgrund 6 und Artikel 21c auf EUR-Lex .
Darf ein Deutscher 2027 noch ein Konto auf Mauritius eröffnen?
Grundsätzlich ja – unter bestimmten Voraussetzungen.
Wenn ein in Deutschland lebender Kunde selbst entscheidet, dass er ein Konto auf Mauritius eröffnen will, selbst nach einer geeigneten Bank sucht, selbst Kontakt aufnimmt und die Dienstleistung tatsächlich auf Mauritius in Anspruch nimmt, spricht vieles dafür, dass die Reverse-Solicitation-Ausnahme eine wichtige Rolle spielen kann.
Wichtig ist jedoch: Eine spätere Unterschrift auf Mauritius reicht nicht automatisch aus, wenn vorher eine aktive Akquisition in Deutschland stattgefunden hat.
Genau deshalb ist der tatsächliche Ablauf entscheidend.
- Wer hat die Geschäftsbeziehung initiiert?
- Wer hat wen angesprochen?
- Wurde der Kunde innerhalb der EU aktiv beworben?
- Oder ging die Initiative tatsächlich ausschließlich vom Kunden aus?
Was gilt bei Residence Permit oder Zweitwohnsitz auf Mauritius?
Hier muss sauber unterschieden werden.
Ein Residence Permit auf Mauritius kann einen stärkeren lokalen Bezug schaffen. Es bedeutet aber nicht automatisch, dass CRD VI für diese Person komplett irrelevant wird.
Entscheidend ist nicht allein die Staatsangehörigkeit und auch nicht nur das Vorhandensein eines zweiten Wohnsitzes, sondern der konkrete EU-Bezug des Kunden.
Wer tatsächlich nach Mauritius ausgewandert ist und dort lebt, befindet sich in einer anderen Situation als jemand, der weiterhin überwiegend in Deutschland lebt und dort seinen Lebensmittelpunkt hat.
Vier Praxisbeispiele
Fall 1: Konto seit 2025
Eine Person lebt in Deutschland und hat bereits 2025 ein Konto auf Mauritius eröffnet. Der Vertrag wurde vor dem 11. Juli 2026 abgeschlossen. Damit greift grundsätzlich die Übergangsregel für bestehende Verträge.
Fall 2: Kontoeröffnung 2027 auf eigene Initiative
Eine Person lebt in Deutschland, informiert sich selbst, fliegt nach Mauritius und eröffnet dort aus eigenem Antrieb ein Konto. In dieser Konstellation ist Reverse Solicitation besonders relevant.
Fall 3: Aktive Werbung in Deutschland
Eine mauritische Bank oder ein für sie handelnder Vermittler spricht Kunden in Deutschland aktiv an. Hier sollte man sich nicht einfach auf Reverse Solicitation verlassen.
Fall 4: Deutscher ist nach Mauritius ausgewandert
Wer tatsächlich dauerhaft auf Mauritius lebt, befindet sich regulatorisch in einer anderen Situation als jemand mit starkem EU-Bezug.
Steuern und CRS: Bleibt ein Mauritius-Konto unsichtbar?
Nein. Ein Auslandskonto ist nicht automatisch unsichtbar.
Mauritius nimmt am Common Reporting Standard – kurz CRS – teil. Die Mauritius Revenue Authority führt Deutschland für das Reporting-Jahr 2026 ausdrücklich als Reportable Jurisdiction.
Offizielle Quelle: Mauritius Revenue Authority – CRS Reportable Jurisdictions .
Zusätzlich erklärt das Bundeszentralamt für Steuern, wie der automatische Informationsaustausch über Finanzkonten funktioniert: BZSt – CRS und automatischer Informationsaustausch .
Wer in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig ist, muss außerdem prüfen, welche ausländischen Kapitalerträge steuerlich relevant sind.
Dazu sind insbesondere diese Rechtsgrundlagen relevant:
Häufige Fragen zu CRD VI und Auslandskonten ab 2027
Werden Auslandskonten ab 2027 verboten?
Nein. Die EU verbietet Privatpersonen nicht, ein Konto außerhalb der Europäischen Union zu besitzen.
Muss ich mein bestehendes Mauritius-Konto 2027 schließen?
Nein. Allein aufgrund von CRD VI besteht keine allgemeine Schließungspflicht.
Darf ein Deutscher weiterhin ein Bankkonto auf Mauritius besitzen?
Grundsätzlich ja.
Warum ist der 11. Juli 2026 so wichtig?
Weil dieser Stichtag in Artikel 21c Absatz 5 für den Bestandsschutz bestehender Verträge genannt wird.
Was bedeutet Reverse Solicitation?
Der Kunde wendet sich aus ausschließlich eigener Initiative an die Drittstaatenbank.
Reicht eine Unterschrift auf Mauritius automatisch aus?
Nein. Entscheidend ist der gesamte Ablauf und insbesondere, wer die Geschäftsbeziehung tatsächlich initiiert hat.
Ist ein Residence Permit auf Mauritius automatisch ausreichend?
Nicht automatisch. Es kommt auf die tatsächlichen Umstände an.
Ist Mauritius Teil des CRS-Systems?
Ja.
Kann eine mauritische Bank deutsche Kunden trotzdem ablehnen?
Ja. Banken können eigene Compliance- und Kundenannahmerichtlinien festlegen.
Wird die Kontoeröffnung auf Mauritius für EU-Residents schwieriger?
Das ist durchaus möglich. Genau darin liegt die praktische Relevanz von CRD VI.
Fazit: Kein Verbot – aber neue Spielregeln für Banken
Die Aussage „Die EU verbietet Auslandskonten ab 2027“ ist falsch.
Richtig ist vielmehr: Ab dem 11. Januar 2027 werden die Regeln für Banken aus Drittstaaten verschärft, wenn sie bestimmte klassische Bankdienstleistungen für Kunden mit entsprechendem EU-Bezug erbringen wollen.
Für Menschen mit einem Bankkonto auf Mauritius bedeutet das vor allem:
- Auslandskonten bleiben grundsätzlich erlaubt.
- Bestehende Konten müssen nicht automatisch geschlossen werden.
- Verträge vor dem 11. Juli 2026 genießen besonderen Bestandsschutz.
- Die Initiative des Kunden bleibt eine zentrale Ausnahme.
- Banken könnten bei EU-Kunden künftig deutlich genauer hinschauen.
- Steuern und CRS bleiben davon unabhängig bestehen.
Genau deshalb lohnt es sich, nicht auf alarmistische Schlagzeilen hereinzufallen, sondern die eigene Situation sauber zu prüfen.
Offizielle Quellen und Rechtsgrundlagen
Du planst ein Bankkonto auf Mauritius?
Wenn du ein Konto auf Mauritius eröffnen möchtest, kommt es nicht nur auf die Wahl der Bank an. Aufenthaltsstatus, Wohnsitz, KYC-Unterlagen und der konkrete Ablauf können eine wichtige Rolle spielen.
Wenn du Unterstützung bei der Vorbereitung und Orientierung auf Mauritius möchtest, kannst du hier mehr erfahren:
En savoir plusHinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Die praktische Umsetzung kann je nach Bank und Einzelfall unterschiedlich sein.